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20. Dezember 2010

Der Jahresrückblick 2010. Highlights aus einem halben Jahr Millionentausch.

Im letzten Artikel habe ich es schon versprochen – jetzt kommt der rührselige Jahresrückblick. Eigentlich ist es eher ein Halbjahresrückblick, denn den Millionentausch gibt es ja erst seit Ende Juni. Beim Schreiben sind mir vor allem zwei Dinge durch den Kopf gegangen. 1.: OMG!!! Das war schon ein halbes Jahr? 2.: OMG!!! Ganz schön viel geschafft. Und jetzt: Viel Spaß beim Lesen.

Juni Ende Juni ging es los. Endlich. Kurz bevor der Millionentausch starten konnte, gab es nämlich noch jede Menge Probleme zu lösen. Computerprobleme. Serverprobleme. Programmierungsprobleme. Ich will nicht mit Details langweilen. Aber es war alles wirklich total problematisch. Bis zum 24. Juni. Da hab ich mit Marcin zum ersten Mal in einem Blogeintrag erklärt, wie das Millionentausch-Prinzip funktioniert: Wie Hans im Glück, nur rückwärts. Und die Reaktionen? Bombe! In 24 Stunden gab es jede Menge Tauschvorschläge. Für zwei Kieselsteine boten die Leute zum Beispiel eine benutzte Vuvuzela, Paninibilder, ein altes Sofa, eine Autogrammkarte von Stefan Raab und und und. Die Wahl fiel dann auf eine Flasche Louis Roederer Champagner. Der erste Tausch war geschafft. Und das alles in nur 5 Tagen! Wow.

Juli Was kann man für eine Flasche Champagner so bekommen? Und wer braucht überhaupt Champagner? Irgendjemand in Feierlaune musste her. Ich dachte da an den neuen Bundespräsidenten. Christian Wulff war nach einem Abstimmungsmarathon doch noch gewählt worden. Da hätte eine Flasche Champagner zur Feier des Tages doch gepasst. Aber er hatte wohl kein Interesse auf seinen Wahlsieg anzustoßen. Stattdessen gab es dann ein Geschenk vom Verleger Christoph Links: Ein Buch über Südafrika. Das passte wie die Faust aufs Auge. Es war Sommer, es war WM, Schland spielte Vorzeigefußball. Und als dann Champagner und Südafrikabuch zusammen angeboten wurden, konnten die Studenten der Texterschmiede nicht widerstehen. Ein Studentenhaufen zusammengewürfelt aus Leseratten und Schnapsdrosseln tauschte die Flasche Schmapus gegen eine Flipcam.

Die Flipcam bekam dann ein echter Promi. Im Sommer 2010 war er gerade mit seiner Rückkehr aus Spanien beschäftigt: Christoph Metzelder, Profifußballer und frisch gebackener Schalkespieler tauschte die Flipcam gegen sein letztes Trikot von Real Madrid. Darauf hatte der gesamte Kader von Real Madrid unterschrieben. Kaka, Ronaldo, Raúl usw. Und wie es der Zufall so wollte, brauchte Metze gerade eine Videokamera. Das passte also. Der Tausch war unter Dach und Fach.

August Angebote für Metzes letztes Real-Trikot gab es dann jede Menge. Aber offensichtlich hatten einige das Prinzip des Millionentauschs noch nicht ganz verstanden. Mit jedem Tausch soll ja etwas Wertvolleres her, damit irgendwann eine Million Euro zusammen kommen. Für ein rostiges Fahrrad oder ein Handy wollte ich das Trikot nicht hergeben. Schließlich hatte darauf die Weltelite des Fußballs unterschrieben. Irgendwie kam die Sache dann ins Stocken. Ich hatte gehofft, dass die Presse mal über den Trikottausch berichten würde. Ein kurzes Telegramm auf bild.de gab es auch. Aber ansonsten berichtete die Presse lieber über entlaufene Krokodile. Mitten im Sommerloch gehört das unter Journalisten wohl zum guten Ton.

Ende des Monats hat dann aber doch noch jemand über den Millionentausch berichtet: Dirk Daniel, bekennender Twitterabhängiger. Er war auf der Suche nach einem tollen Projekt, dem er seinen 17.000ten Tweet widmen konnte. Und die Wahl fiel auf den Millionentausch. Toll!

September Im September kam ein Brief aus dem Bundespräsidialamt. Nicht vom Bundepräsidenten persönlich, sondern von seinen Mitarbeitern. Ich hatte dem Herrn Wulff noch einmal persönlich geschrieben und ihn zum Millionentausch eingeladen. Leider wurde daraus nix. Und warum? Weil seine Mitarbeiter glaubten der Millionentausch sei eine Tombola. Oh Mann. Aber wie heißt es so schön. Die Eine Tür fällt zu, ne andere geht auf. So kam es dann auch. Die Tür die aufging, war nicht in Bellevue, sondern in der Bergmannstraße in Berlin Kreuzberg. Und sie gehörte zur Firma mytoys.de.

Oktober Gleich Anfang Oktober wurde mit mytoys.de getauscht. Für Metzes letztes Real-Trikot bekam ich einen Tischkicker, eine Wii und jede Menge Wii-Spiele plus Controler. Gesamtwert: stolze 1.000 Euro. Ich war aus dem Häuschen. Fehlten doch nur noch 999000 Euro bis zur Million. Voller Euphorie verabschiedete ich mich in den Urlaub und gab den Millionentausch vertrauensvoll in Maoris Hände. Maori, selbst Blogger, Autor und Werbetexter wollte mich für zwei Wochen vertreten und versuchen einen neuen Tauschpartner zu finden. Leider hatte Maori Pech. Er war in der Zeit total krank und ans Bett gefesselt. Aber er hatte trotzdem noch die Kraft alle Millionentausch-Fans auf die Aktion “Votet, damit wir 10.000€ spenden können” aufmerksam zu machen. Da wollte jemand bei einem Gewinnspiel 10.000 € gewinnen und das Geld an drei verschiedene Organisationen spenden. Eine davon war die Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel. Es kam, wie es mit so tollen Fans kommen musste. Die 10.000 € wurden gewonnen, Hänsel + Gretel bekam 4.000 €. Eine geile Aktion. Danke an alle, die mitgeholfen haben.

November Im November ging es los mit dem Vorschlag von Millionentausch-Fan Robert. Er meinte, wenn Kicker und Wii für 4 Personen sind, frag doch mal Die fantastischen Vier, ob sie tauschen wollen. Gesagt, getan. Ich habe ihnen geschrieben. Natürlich mit MFG. Allerdings kam die Idee bei den Grandfathers of Sprechgesang wohl nicht so gut an. Also musste eine neue Idee her. Zum Glück hatte Millionentausch-Fan Phillip eine: Zeitschriften fragen, ob sie das Spaßpaket für ihre Redaktion haben wollen – im Tausch gegen eine leere Doppelseite. (Anzeigenseiten sind nämlich sehr, sehr, sehr wertvoll). Also! Auch gesagt, auch getan. Ich kennen ein paar Leute, die Chefredakteure kennen. Die habe ich alle gefragt, ob sie mal bei ihren Chefs fragen. Die meisten Antworten fielen so aus: „Tschuldigung, das passt thematisch wahrscheinlich nicht.“ „Nee, trau ich mich nicht den zu fragen.“ „Sorry, ein andernmal gern.“ Tja. Scheitern gehört auch dazu. Aber irgendwo da draußen läuft ein Millionär in Spendierhosen rum. Da bin ich sicher. Und mit Eurer Hilfe werde ich ihn finden.

Dezember Im Dezember ging die Lobbyarbeit weiter. Nur stell sich immer wieder heraus, dass Lobbyarbeit ohne prall gefülltes Scheckbuch unglaublich schwierig ist. Und wenn wir schon beim Thema Schwierigkeiten sind, muss auch noch einmal Marcin erwähnt werden. Mit Marcin zusammen habe ich mir diese Webseite hier ausgedacht. Aber seit Juli lebt Marcin nicht mehr hier in Hamburg, sondern in Zürich. Deswegen hatte er leider keine Zeit mehr für den Millionentausch. Im Dezember hat er auch offiziell einen Schlussstrich gezogen. Übrig bin ich. Und ich bin immer noch auf der Suche nach einem neuen Tauschpartner für Kicker, Wii und Wii-Zubehör.

Wer weiß… Der Dezember ist ja noch gar nicht um. Vielleicht kommt ja noch was? Vielleicht sogar ein neues Tauschangebot? Ich würde mich freuen, es ist ja für einen wirklich guten Zweck. Also wenn Tauschangebot dann kontakt@millionentausch.de

Ansonsten kommt auf den Zettel mit den guten Vorsätzen: Nächstes Jahr eine Million Euro ertauschen.

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1 Kommentar

  1. 1

    Lonny Slape

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    20. September 2011 um 21:25

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