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Champagner und Buch

8. Juli 2010

Der Präsident. Des Dramas zweiter Akt.

Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann eben umgekehrt. Wir waren am Dienstag in Berlin und haben gleich die Chance genutzt am Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, vorbei zu schauen. Schließlich wollten wir ihm, nach unserem geschei- terten Anruf, noch einmal die Champagnerflasche zum Tausch anbieten. Damit er auf seinen Wahlsieg anstoßen kann. Tja, der Bundespräsident war nicht da. Dafür aber eine nette Wachfrau, die ganz begeistert von der Aktion war und ein paar Tipps parat hatte.

Roman trifft eine Wachfrau vor dem Schloss Bellevue. Freundlich stellt er sich vor und erklärt kurz, aber begeisternd den Millionentausch.

Wachfrau: Na ditt is doch mal ne jute Idee.

Roman: Dankeschön.

Wachfrau: Hans im Glück find ick jut. Hab ick früher ooch imma jeguckt.

Roman: Was für ein Zufall. Ich hab’s immer auf Platte gehört.

Wachfrau: Ach ja Platten. Dit warn noch Zeiten.

Roman: Ja. Aber noch mal zum Thema. Wir wollten dem Bundespräsidenten den Champagner anbieten. Damit er auf seinen Wahlsieg anstoßen kann.

Wachfrau: Na dit wär doch mal wat.

Roman: Haben wir auch gedacht. Deswegen wollten wir den Präsidenten fragen, ob er Lust hat mit uns zu tauschen.

Wachfrau: Na… dit machen sie mal.

Roman: Ist er denn da?

Wachfrau: Nee, leider nicht.

Roman: Oh, Mann. Kommt er denn heute noch mal rein?

Wachfrau: Nich, dass ick wüsste. Aber warten se mal, ick hol mal die Telefonnummer.

Die Wachfrau geht kurz zu ihren Wachkollegen, kehrt mit einer großen Visitenkarte zurück und gibt sie Roman.

Die Visitenkarte unseres Bundespräsidenten. Zumindest die, die er an Ottonormalbürger verteilen lässt.

Wachfrau: Hier. Unter der Nummer müssen se anrufen. Da schildern se kurz und knapp, wie se dit eben schon mal jemacht haben, ihr Anliegen. Aber lassen se sich nich gleich abwimmeln.

Roman: Mmh. Ich weiß nicht. Die haben mich schon mal abgewimmelt.

Wachfrau: Na dann rufen se noch mal an. Ist doch für nen juten Zweck.

Roman: OK.

Wachfrau: Und wenn dit nüscht wird, schreiben se hier an die Adresse.

Roman: OK. Danke.

Wachfrau: Nüscht für unjut. Find ick ne jute Idee.

Roman geht ab, setzt sich ins Auto, schaut mit dramatischem Blick gen Himmel.

Roman: Da sitz ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.

7. Juli 2010

Wir setzen noch eins drauf: Kultur und ein bisschen Fussball zum Champagner.

Geheimnistuerisch haben wir es angekündigt, jetzt ist es endlich soweit. Es gibt Neuigkeiten in Sachen Tauscherei. Zwar haben wir die Champagnerflasche noch nicht getauscht. Aber! Wir haben unseren Tauschvorschlag noch mal verbessert. Frei nach dem Motto “Pimp my Champagnerflasche”. Christoph Links hat uns ein Buch geschenkt, dass wir ab sofort zusätzlich zum gut gekühlten Louis Roederer anbieten.

Gestern waren wir in Berlin Prenzlauer Berg eingeladen. In einem Büro, umzingelt von hunderten Büchern haben wir ein Südafrika-Buch geschenkt bekommen. Passend zur Fußball-WM. Und obwohl dieses Tintenfischorakel Paul fälschlicherweise behauptet, dass Schland nicht ins Finale einziehen wird, passt dieses Buch in unsere Zeit, wie die Faust aufs Auge. Hier gibt’s den Film zur Übergabe.


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Tja. Wenn man jemanden sieht, der vor einem großem Bücherregal steht denkt man entweder: Man, der muss aber schlau sein. Oder: Der hat bestimmt beruflich mit Büchern zu tun. In diesem Fall stimmt beides. Christoph Links ist Autor und Herausgeber und leitet außerdem den Verlag, der genauso heißt wie er selbst.

Jetzt liegt es an euch. Wollt ihr die Flasche Champagner und das Buch? Dann aber schnell! Hier haben sich nämlich die Ereignisse mal wieder überschlagen. Die ersten neuen Tauschangebote sind schon da. Zur Wahl stehen gerade ein Kamerastativ und eine HD-Flipcam. Morgen Abend wollen wir auf jeden Fall den nächsten Schritt zur Million machen. Dann haben nämlich unsere möglichen neuen Tauschpartner erst Zeit. Aber bis dahin warten wir gespannt, ob noch neue Tauschvorschläge kommen.

Ach so. Den Aufenthalt in Berlin haben wir gleich genutzt um mal am Schloss Bellevue vorbei zu spazieren. Am Amtssitz des neuen Präsidenten war aber weit und breit kein Präsident zu finden, der eine Champagnerflasche haben will. In Frankreich, bei Schnapsdrossel Sarkozy, hätten wir wohl bessere Chancen gehabt. Später gibt es dazu noch einen kleinen Bericht.