Der Präsident. Des Dramas zweiter Akt.
Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann eben umgekehrt. Wir waren am Dienstag in Berlin und haben gleich die Chance genutzt am Schloss Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten, vorbei zu schauen. Schließlich wollten wir ihm, nach unserem geschei- terten Anruf, noch einmal die Champagnerflasche zum Tausch anbieten. Damit er auf seinen Wahlsieg anstoßen kann. Tja, der Bundespräsident war nicht da. Dafür aber eine nette Wachfrau, die ganz begeistert von der Aktion war und ein paar Tipps parat hatte.
Roman trifft eine Wachfrau vor dem Schloss Bellevue. Freundlich stellt er sich vor und erklärt kurz, aber begeisternd den Millionentausch.
Wachfrau: Na ditt is doch mal ne jute Idee.
Roman: Dankeschön.
Wachfrau: Hans im Glück find ick jut. Hab ick früher ooch imma jeguckt.
Roman: Was für ein Zufall. Ich hab’s immer auf Platte gehört.
Wachfrau: Ach ja Platten. Dit warn noch Zeiten.
Roman: Ja. Aber noch mal zum Thema. Wir wollten dem Bundespräsidenten den Champagner anbieten. Damit er auf seinen Wahlsieg anstoßen kann.
Wachfrau: Na dit wär doch mal wat.
Roman: Haben wir auch gedacht. Deswegen wollten wir den Präsidenten fragen, ob er Lust hat mit uns zu tauschen.
Wachfrau: Na… dit machen sie mal.
Roman: Ist er denn da?
Wachfrau: Nee, leider nicht.
Roman: Oh, Mann. Kommt er denn heute noch mal rein?
Wachfrau: Nich, dass ick wüsste. Aber warten se mal, ick hol mal die Telefonnummer.
Die Wachfrau geht kurz zu ihren Wachkollegen, kehrt mit einer großen Visitenkarte zurück und gibt sie Roman.
Wachfrau: Hier. Unter der Nummer müssen se anrufen. Da schildern se kurz und knapp, wie se dit eben schon mal jemacht haben, ihr Anliegen. Aber lassen se sich nich gleich abwimmeln.
Roman: Mmh. Ich weiß nicht. Die haben mich schon mal abgewimmelt.
Wachfrau: Na dann rufen se noch mal an. Ist doch für nen juten Zweck.
Roman: OK.
Wachfrau: Und wenn dit nüscht wird, schreiben se hier an die Adresse.
Roman: OK. Danke.
Wachfrau: Nüscht für unjut. Find ick ne jute Idee.
Roman geht ab, setzt sich ins Auto, schaut mit dramatischem Blick gen Himmel.
Roman: Da sitz ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.






