Die Qual der Wahl.
Gestern schien die Sache besiegelt. Jemand hat uns einen großartigen neuen Tauschvorschlag gemacht. Für die Flipcam wurde uns eine Webseite geboten. Dabei handelt es sich um eine Art Modellbaukasten für Internetauftritte. Man kann aus vielen kleinen Bausteinen seine Wunschseite zusammen basteln, bekommt zusätzlich die Gebühren für ein Jahr geschenkt und oben drauf noch einen professionellen Einführungskurs. Das Ganze ist optimal für Leute, die sich überhaupt nicht mit technischen Krimskrams auskennen. O-Ton der Anbieterin: Das ist so einfach, sogar meine Schwiegermutter kapiert das.
Tja. Wir waren schon kurz davor einzuschlagen. Aber dann kam ein Anruf, der alles auf den Kopf gestellt hat. Ein ehemaliger Kollege war dran. Wir mussten hoch und heilig versprechen, keine Details zu verraten. Ein bisschen was müssen wir jetzt aber trotzdem in die Welt heraus posaunen. Es geht um jemanden, der vielleicht mit uns tauschen will. Dieser Jemand ist sehr bekannt und will heute Bescheid geben, ob er mit uns tauschen will, oder nicht.
Wenn dieser Jemand wirklich mitmacht, wäre das natürlich eine tolle Sache. Denn dann würden sich wahrscheinlich noch mehr Leute für den Millionentausch interessieren. Das hilft uns ganz sicher auf dem Weg zur Million. Und ganz nebenbei: das Tauschangebot, das im Gespräch ist, ist auch nicht von schlechten Eltern. Im Gegenteil. Deswegen haben wir jetzt beschlossen erst einmal abzuwarten. Heute Abend sagt dieser Jemand zu oder ab. Und dann steht, so oder so, der nächste Tausch an.
Hier ist das Gespräch, dass wir gestern geführt haben. Weil noch nichts unter Dach und Fach ist, wurden die wichtigsten Stellen zensiert.
Marcin: PIEP hat gerade angerufen. Er hat gesagt, dass PIEP vielleicht PIEP mit uns tauschen will.
Roman: Der PIEP?
Marcin: Ja, der PIEP.
Roman: Super Idee.
Marcin: Finde ich auch. Aber es kann auch sein, dass nichts daraus wird. Entscheidet sich wohl morgen.
Roman: Warum erst morgen?
Marcin: Weil sich PIEP dann erst mit PIEP trifft.
Roman: OK. Ich muss sofort was dazu bloggen.
Marcin: Nein.
Roman: Wohl.
Marcin: Nein.
Roman: Oh Mann… (Es folgt ein Schnaufer, der ausdrücken soll, dass es hier um so etwas ähnliches wie die journalistische Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit geht.)
Marcin: Ist halt so. (Es folgt ein Schnaufer, der ausdrücken soll, dass es hier zwar um so etwas ähnliches wie die journalistische Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit geht, aber wir haben immerhin versprochen nichts zu verraten. Also geht es ja wohl auch um journalistische Integrität und den vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte immer wieder bestätigten Quellenschutz.)
Roman: Na gut, dann lass ich mir irgendeinen Trick einfallen.





